Rekordbeteiligung, WM-Teilnehmer und ein Comeback – 2. Durchgang des Bayerncups und der Bayerischen Freiwassermeisterschaften setzen neue Maßstäbe

Zum Abschluss der Freiwassersaison in Bayern stand am ersten Wochenende der Sommerferien der 2. Durchgang des Internationalen Bayerncups und der Bayerischen Freiwassermeisterschaften auf dem Programm. Wie im letzten Jahr wurde der Wettkampf am Wörthsee auf dem Gelände des FW München ausgerichtet. Die gute Arbeit des Vorjahres hat offensichtlich Früchte getragen, denn so viele Teilnehmer hat es in der 21-jährigen Geschichte des Bayerncups noch nicht gegeben. In Summe waren über 250 Athleten am 29.Juli 2017 nach Inning-Schlagenhofen gereist, um über 2,5km, 3,75km, 5km oder 1,25km in der Staffel an den Start zu gehen.

Abbildung 1 Leonie Beck an der Spitze des Feldes

Leonie Beck an der Spitze des Feldes

Durch die vorangegangene Regenperiode war der Wörthsee deutlich abgekühlt. Und so wurde um 8 Uhr eine Temperatur von lediglich 19,2°C gemessen. Dies bedeutete, dass erstmalig die neuen FINA-Neoprenanzugsregularien zum Einsatz kamen. Bei den Schwimmern stieß dies auf ein geteiltes Echo.           
Durch das hohe Meldeaufkommen wurde der erste Startblock in drei Startwellen aufgeteilt. Als erstes stürzten sich um 10 Uhr die 3,75km-Schwimmer ins Wasser. Die Athleten waren vorwiegend aus dem Triathlon-Umfeld. Allein das Tri Team FFB stellte hier 16 Teilnehmer, die den Wörthsee King und die Wörthsee Queen ermittelten. Zehn Minuten später starteten die Herren über 5km. Nach weiteren zehn Minuten nahmen dann auch die Damen das Rennen über 5km auf. Da die 5km-Distanz auch als Internationale Bayerische Meisterschaft ausgeschrieben war, waren in Summe über 160 Teilnehmer im Wasser. Am Ziel gab es dank der Helfer des FW München für die Athleten warmen Tee, geschnittenes Obst und Powerriegel zur Stärkung.

Jochen Stelzer entschied die Vereinsmeisterschaft des Tri Team FFB als schnellster Schwimmer über 3,75 km für sich und knackte dabei die 1-Stunden-Schallmauer. Bei den Damen verhinderte Martina Junger vom 1. SV Nördlingen einen Doppelsieg des meldestärksten Vereins über diese Distanz und verwies Kerstin Hartig auf den zweiten Platz.

Die Bayerncupwertung über 5 km ging an Uwe Bertram vom SV Ottobrunn in 1:10,20 Stunden. Er hatte auch schon beim ersten Durchgang des Bayerncups am Friedenhain-See die Nase vorn. Nur knapp dahinter schlug Tobias Krause vom 1. SV Nördlingen am Ziel an und war damit schnellster Athlet in der Klasse bis 40 Jahre.

Die Tagesbestzeit erzielte jedoch Lars Grundheber vom SV Würzburg, der sich in 1:03,57 Stunden den Titel des Bayerischen Meisters erschwamm. Bei den Damen sicherte sich erwartungsgemäß Leonie Beck die Tagesbestzeit. Nach ihrer ersten Teilnahme bei einer Freiwasser-WM zwei Wochen vorher in Balatonfüred galt sie als große Favoritin auf den Titel für die Bayerische Meisterschaft. Und trotz eines Umwegs war sie von Beginn an einsam auf der Strecke. Hinter ihr kamen ihre Vereinskolleginnen Luise Dörries

und Alina Jungklaus ins Ziel.

Der Start über 2,5km musste aufgrund der drei Startwellen am Morgen um eine halbe Stunde nach hinten verlegt werden. Und auch hier wurde das Teilnehmerfeld in zwei Wellen geteilt. Um 13 Uhr fiel der Startschuss für die Männer, sie sich für den Bayerncup oder die Bayerischen Jugendmeisterschaften gemeldet hatten. Drei Minuten später nahmen die Frauen in den gleichen Wertungsklassen das Rennen auf. Als Tagesschnellste durchschwammen die beiden Würzburger Lukasz Wojt in 30:49 Minuten und Luise Dörries bei ihrem zweiten Start des Tages in 33:48 Minuten das Ziel. Die Bayerischen Jugendtitel gingen an Anton Heller (SV Würzburg), Noah Lerch (SSG Günzburg-Leipheim), Nele Sturm (SG Mittelfranken) und Fabienne Wenske (SG Bamberg).

Dank des herrlichen Wetters stieg die Wassertemperatur kontinuierlich an. Und so hatte der Wörthsee mittlerweile 20,7°C erreicht. Damit war für die 3 x 1,25km Staffeln kein Neoprenanzug mehr freigegeben. Auch bei diesem Wettkampf war die Resonanz riesig. In drei Wertungsklassen (Jugendklasse, Mastersklasse und offene Wertung) waren insgesamt 49 Mannschaften auf der Jagd nach den Bayerischen Meistertiteln. In der offenen Klasse war dies aber reine Formsache. Denn der SV Würzburg 05 stellte in einer seiner vier Staffeln ein echtes Highlight zusammen. Die Mannschaft 2 wurde angeführt vom besten Freiwasserschwimmer aller Zeiten Thomas Lurz, der nach dem Ende seiner Profikarriere ein Comeback feierte. Da auf ihn noch Leonie Beck und Lukasz Wojt folgten, siegte diese Staffel mit großem Vorsprung auf zwei weitere Mannschaften aus Würzburg in einer Zeit von 46:21 Minuten. Bei den Masters war der SV Ottobrunn mit Bettina Beaufayt, Harry Lindner und Uwe Bertram in 59:59 Minuten das Maß aller Dinge. Die Jugendstaffel vom Team Buron Kaufbeuron war in der Besetzung Florian Dieser, Katharina Breunig und Christina Nothaft mit 56:08 Minuten nicht zu schlagen. Die drei ersten Mannschaften in der offenen Klasse, allesamt vom SV Würzburg 05 mit BSV-Präsident Helmut Schindler

Mit dem zweiten Durchgang des Bayerncups verabschieden sich die meisten Schwimmer in ihre wohlverdiente Sommerpause. Der engagierten Arbeit des Helferteams des FW München ist es zu verdanken, dass es trotz der hohen Teilnehmerzahlen eine rundum gelungene Veranstaltung war. Wir freuen uns schon auf die nächste Freiwassersaison 2018!

Und bis dahin gibt es zur Erinnerung noch Bilder auf der Seite www.freiwassercup.de.

 

 

Die drei ersten Mannschaften in der offenen Klasse, allesamt vom SV Würzburg 05 mit BSV-Präsident Helmut Schindler