Synchronschwimmen

 

Olympia-Duett: Marlene Bojer (links), SG Stadtwerke München und Michelle Zimmer (rechts), SC Wedding Berlin

Synchronschwimmen ist eine der vielfältigsten und anspruchsvollsten Sportarten überhaupt. 


Seit den Ursprüngen im sogenannten Reigenschwimmen - damals nur von Männern praktiziert - hat sich Synchronschwimmen zu einer Hochleistungssportart entwickelt, die den Athleten alles abverlangt. Im Synchronschwimmen werden Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen und seit 1984 ist die Sportart fester Bestandteil bei Olympischen Spielen. Vor allem bei Olympia sind die Wettkämpfe ein Publikumsmagnet. Wurden dort zunächst die Wettkämpfe nur in den Disziplinen Solo (1 Schwimmerin) und Duett (2 Schwimmerinnen) ausgetragen, hatte 1996 bei den Spielen in  Atlanta die Disziplin Gruppe (8 Schwimmerinnen) ihr olympisches Debüt. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele ist hart umkämpft, da nur 10 Gruppen und 22 Duette teilnehmen dürfen.


Synchronschwimmen ist ein Wettkampfsport.


Wettkämpfe gibt es im Kinder- und Jugend-, aber natürlich auch im Erwachsenenbereich. Meisterschaften gibt es ab der Landesebene und hierbei kann Bayern seit vielen Jahren mit der bundesweit größten Veranstaltung aufwarten. Bei Deutschen Meisterschaften gingen zahllose Titel an bayerische Synchronschwimmerinnen und viele sind oder waren für die National- oder Jugendnationalmannschaft qualifiziert. 

Synchronschwimmen ist eine Teamsportart.


Im Duett treten zwei Athleten gemeinsam an, in der Gruppe auf nationaler Ebene vier bis acht und in der Freien Kombination vereinen bis zu zehn Schwimmer Solo-, Duett- und Gruppenteile zu einem Gesamtkunstwerk. Um eine harmonische Kür zu schwimmen, muss die Leistung von allen auf den Punkt abrufbar und vor allem auf dem gleichen Niveau sein. Das macht es besonders schwierig, da schon kleine Ungleichheiten den Eindruck der Synchronität stören. 
Zusätzlich gibt es die Disziplin Solo, in der sich eine einzige Schwimmerin synchron zur Musik bewegt. Auch diese Darbietungen sind äußerst faszinierend, da hier besonders die individuellen Stärken bewundert werden können und die Küren mit besonders starker Ausdruckskraft geschwommen werden.


Synchronschwimmen ist keine reine Frauendomäne mehr.


Obwohl alles mit dem Reigenschwimmen der Männer begann, war Synchronschwimmen jahrzehntelang eine Frauensportart und Männer durften zwar bei nationalen, nicht aber bei internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Um dem wachsenden Interesse männlicher Athleten gerecht zu werden, wurde 2015 vom Weltschwimmverband eine neue Disziplin zugelassen: Im "Gemischten Duett" (International: "Mixed duet") schwimmen Frau und Mann zusammen; ähnlich dem Paarlauf auf Eis.

 

v.li.n.re: Marlene Bojer, Jazz Lausch, Michelle Zimmer

Synchronschwimmen ist eine Bewertungssportart.


Im Gegensatz zum Beckenschwimmen kann man Leistungen im Synchronschwimmen nicht mit einem technischen Gerät messen, sondern es erfordert die fachlich geschulten Augen von zahlreichen Wertungsrichtern. Diese vergeben Punkte im technischen Bereich (Ausführung und Schwierigkeit der Bewegungen sowie Synchronisation der Schwimmer untereinander und zur Musik) und im künstlerischen Bereich (Choreographie, Musikinterpretation und Präsentation der Kür). Die Höchstnote ist 10 ("perfekt") und sie wurde auch bei den internationalen Topwettkämpfen in den letzten Jahren nur selten erreicht. Ähnlich dem Eiskunstlauf, gibt es in der sogenannten Freien Kür zwar keinerlei Vorgaben, was den Wertungsrichtern präsentiert werden muss, aber es ist dennoch eine Herausforderung immer wieder neue Küren mit überraschenden, neuartigen Momenten zu "erfinden". In der Technischen Kür müssen hingegen festgelegte Elemente gezeigt werden, die dann auch mit einzelnen Wertungen beurteilt werden. Technische Küren werden national und international erst ab einem Alter von 15 Jahren geschwommen. Für die Jüngeren gibt es den sogenannten Pflichtwettkampf, in dem ohne Musik vier festgelegte Figuren gezeigt werden müssen.  

Synchronschwimmen macht Spaß!


Die Vielfältigkeit und die Teamzugehörigkeit machen Synchronschwimmen zu etwas ganz Besonderem. Hinter dem "Tanzen im Wasser" verbirgt sich aber nicht nur viel Kreativität und Gefühl für Rhythmus und Stimmung einer Musik, sondern vor allem harte Arbeit um die erforderliche Kraft, Ausdauer, Flexibilität und Koordination zu erwerben. Daher ist das Training mindestens genauso umfangreich wie in den anderen Wassersportarten und fordert nicht nur von den Athletinnen und Athleten, sondern auch von den Trainerinnen und Trainern Fähigkeiten und Kennnisse aus den unterschiedlichsten Bereichen. 
Bayern ist das Bundesland mit den meisten Vereinen, in denen Synchronschwimmen trainiert wird. In der Regel beginnen Kinder zwischen 6 und 10 Jahren mit diesem Sport. Viele Vereine bieten "Schnuppertraining" an und freuen sich über Nachwuchs.